Traumgeburt oder Gebärtrauma?

 

Die Geburt eines Kindes ist ohne Zweifel in jedem Fall ein lebensveränderndes Erlebnis – für die gebärende Frau, deren Partner und das weitere Umfeld. Zweifelsohne wünscht sich jede Frau eine schöne Schwangerschaft und eine komplikationsfreie Geburt. Ich wünsche es jeder einzelnen Frau aus tiefstem Herzen! Jedoch behaupte ich: der unter vielen Frauen allgegenwärtige Anspruch an eine „sanfte“ Geburt kann zu einer folgenschweren Wunschvorstellung werden.

In den sozialen Netzwerken kursieren tausende Bilder von glücklichen frischgebackenen Mamas sowie Geburtsberichten wie sie schöner nicht sein könnten- von der sanften, selbstbestimmten Geburt ist die Rede und von der urweiblichen Kraft neues Leben zu erschaffen. Nicht selten lassen sich inzwischen auch Bilderreihen von „selbstbestimmten“ Geburtserfahrungen finden, die von Harmonie und Sanftheit nur so strotzen. In Geburtsvorbereitungskursen werden physiologischen Vorgänge eines Geburtsvorganges beschrieben, die antrainierte Atemtechnik soll den werdenden Müttern zumindest das Gefühl von Kontrolle über die bevorstehende Geburtserfahrung vermitteln.

Die emotionale Komponente des ganzen Prozesses wird überwiegend außen-vor gelassen. Bestenfalls wird das unvergleichbar traumhaft schöne Gefühl beschrieben „danach“ das eigene Kind im Arm zu halten.
Aber was, wenn nicht traumhaft ist? Was, wenn das Märchen von der traumhaften Geburt eben ein Traum bleibt?

Von 10 Frauen mit denen ich über ihre Geburtserfahrungen sprechen durfte, geben 8 einen gewissen Grad an Traumatisierung an. Und das meistens auch nur unter vier Augen. DARF das so sein?

Woher kommt die Scham, den Gebärprozess als traumatisch zu bezeichnen? Woher kommt dieses Selbstverständins, dass Frauen mit traumatisierenden Gebärerlebnissen in den meisten Fällen sich selbst überlassen werden? Es scheint fast schon eine stillschweigende Vereinbarung zu bestehen, dass Geburt und Trauma in einem Satz nicht zusammen erwähnt werden dürfen.

Oft wird ein auf die Geburt folgendes Stimmungstief im Wochenbett lapidar als Wochenbettdepression abgetan – bedingt durch hormonelle Veränderungen, Schlafmangel, die neue Lebenssituation… die gut gemeinten Floskeln „das wird wieder“ und „da muss man eben durch“ sind wenig hilfreich und die Betroffenen hadern mit ihren Empfindungen anstatt sie als angemessen und NATÜRLICH zu empfinden. Als ob nur eine traumhafte Geburt „natürlich“ wäre.

Was als traumatisierend empfunden wird ist individuell, abhändig von der eigenen Persönlichkeit und Vorgeschichte. Aber Tatsache ist, wenn eine Traumatisierung stattfindet befindet sich der Körper im „Notfallmodus“ und kann das geschehene nicht ausreichend verarbeiten – mit unvorhersehbaren Folgen für das weitere Leben.

(..und damit wären wir erst bei der gebärenden Frau selbst – dass auch Partner, weitere Angehörige usw. im Umfeld der Betroffenen mit der Situation überfordert sein können, würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Deshalb gehe ich hier NUR auf die Frauen selbst ein.)

Es wird Zeit, die Mär von der sanften Geburt wieder in die Märchenwelt zu verbannen.
Es wird Zeit, die werdenden Mamas auf die MÖGLICHKEIT einer Geburtstraumatisierung hinzuweisen.
Es wird Zeit, das tabuisierte Thema der Geburtstraumatisierung zu brechen.
Es wird Zeit, zeitgemäße und professionelle Hilfe anzubieten.

Aus dieser Motivation heraus entstand mein Online-Programm speziell für Frauen, die ihre eigene(n) Gebärerfahrung(en) verarbeiten möchten (egal, wie lange diese zurückliegt/zurückliegen). Wie gewohnt gebe ich auch hier in hochempathischer Art und Weise auf Dich sowie Deine Situation individualisiert mein Wissen an Dich weiter. Du bekommst sofort Hilfe mit auf den Weg, die Du jederzeit anwenden kannst.
Wenn Du Dich angesprochen fühlst, kontaktiere mich gerne bzw. vereinbare wie gewohnt ein unverbindliches, kostenloses Erstgespräch.

Wenn Du Dich erstmal auf Facebook verbinden möchtest: hier geht es zu der geschlossenen Facebookgruppe “Postpartal” in der ich kostenlos wertvolle Inhalte und ergänzende Hilfestellung zum Onlineprogramm zur Verfügung stelle.

 

Alles Liebe,
Ewelina

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